Digitales Archiv des Erzbistums Köln

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    Historisches Archiv des Erzbistums Köln
    Erzbistum, Erzbischöfe, Weihbischöfe, Generalvikariat, i.W. vor 1825
    Sonderbestände anderer Provenienz, i. w. vor 1825
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    Nachlässe
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    Architekten-Nachlässe
    Nachlass Bong, Kobes (1906-1994)
    Vorlass Fritzen, Werner (geb. 1926)
    Vorlass Hoffmann, Arthur (geb. 1929)
    Nachlass Kösters, Ludger (1914-2005)
    Nachlass Kütter, Gottfried (1920-1972)
    Nachlass Leitl, Alfons (1909-1975)
    Nachlass Leuer, Stefan (1913-1979)
    Nachlass Przibilla, Ernst (1919-2003)
    Nachlass Rotterdam, Bernhard sen. (1893-1974) und jun. (1932-2000)

    Vollansicht Bestand

    Name: Nachlass Rotterdam, Bernhard sen. (1893-1974) und jun. (1932-2000)
    Laufzeit: 1884 - 1997
    Beschreibung: 1. Kurzbiographie von Bernhard Rotterdam senior (1)

    Bernhard Rotterdam wurde am 8. Februar 1893 in Immigrath bei Langenfeld als Sohn des Bauunternehmers Heinrich Rotterdam geboren; ihm folgten noch 11 jüngere Geschwister. Das elterliche Baugeschäft in Richrath war die Quelle seiner Beschäftigung mit der Architektur, dort erhielt er seine erste Ausbildung, ebenso wie vier seiner Brüder, die ebenfalls ins Baufach gingen. Die Firma besteht noch heute als "Rotterdam Hochbau GmbH" in Langenfeld.

    Seine Studien begannen an der Staatsbauschule Köln, die er nach Unterbrechung wegen des Ersten Weltkrieges im Jahre 1920 "mit Auszeichnung" abschloss, woran sich das weitere Studium als Fahrenkamp-Schüler an der Architekturabteilung der Kunstakademie Düsseldorf (1922-1925). Schon während dieser Zeit nahm er an Wettbewerben teil und entwarf eine erste Kirche für Langenfeld-Berghausen.

    Als er 1925 als junger Architekt den Wettbewerb für den Neubau des Priesterseminars der Erzdiözese Köln in Bensberg gewann und diesen umfangreichen Auftrag übernahm, zog er nach Bensberg um, wo er für den Rest seines Lebens bleiben sollte. Später bewohnte er ein eigenes Haus mit Architekturbüro am Deutschen Platz 1.

    Es schlossen sich viele Bauaufträge für Kirchen, kirchliche Gebäude, aber auch für Wohn- und Geschäftshäuser, Schulen und einige weitere öffentliche Bauten an. Rotterdam ist einer der Architekten, die sich nach dem Ende des Historismus am Ringen um neue, für die Zeit der Moderne gültige Bauformen beteiligten und bemerkenswerte Zeichen des neuen Bauens gesetzt haben. Gerade dieser Aspekt seines Schaffens macht sein Opus zu einem wichtigen Bestandteil der rheinischen Architekturgeschichte.
    Am 7. Oktober 1974 verstarb Bernhard Rotterdam in Bensberg - mittlerweile Ortsteil von Bergisch Gladbach.


    2. Kurzbiographie von Bernhard Rotterdam junior (2)

    Bernhard ("Bernd") Rotterdam wurde am 7. September 1932 in Köln-Lindenthal als Sohn von Bernhard Rotterdam senior und dessen Ehefrau Gertrud geb. Schmitz geboren. Nach dem 1952 bestandenen Abitur schlug auch er die Architektenlaufbahn ein. Auf ein Baustellenpraktikum folgte von 1953 bis 1959 ein Studium an der Technischen Hochschule Aachen, wo er den Grad des Diplomingenieurs erwarb. Anschließend trat er in das väterliche Architekturbüro ein, wo er bis zum Tode des Vaters als Mitarbeiter, anschließend als Leiter tätig war.

    Schwerpunkte der Tätigkeit waren weiterhin Neu- und Umbauten sowie Restaurierung von Kirchen. Die für die Kirchen St. Martinus in Bedburg, St. Johann Baptist in Kürten und das Altenheim in Lindlar ausgeschriebenen Wettbewerbe konnte er als Gewinner für sich entscheiden. Schwerpunkte der Arbeit in der jüngeren Zeit waren kirchliche Bauten wie Kindergärten oder Jugendheime, darunter ganze Pfarrzentren (z.B. St. Pankratius Köln-Junkersdorf, Heilig Geist in Köln-Weiden oder St. Elisabeth in Bergisch Gladbach).

    Als Mitglied des Kirchenvorstands von St. Nikolaus engagierte sich Bernd Rotterdam über das Berufliche hinaus für die Belange seiner Heimatpfarrei. Nach schwerer Krankheit verstarb er am 22. März 2000.

    Durch das "Hineinwachsen" des Sohnes in das väterliche Wirken ist das Nachlassgut nicht auf seine beiden Urheber aufzutrennen, so dass der Gesamtnachlass als "Nachlass Rotterdam" im Historischen Archiv des Erzbistums Köln geführt wird.


    3. Übernahme und Bearbeitung des Nachlasses

    Im Mai 2005 meldete sich beim Historischen Archiv der Aachener Bildhauer Bonifatius Stirnberg, der im Auftrag von Frau Maria Rotterdam, Witwe des im Jahre 2000 verstorbenen Architekten Bernd Rotterdam jr., anfragte, ob das Historische Archiv am Erwerb des Nachlasses der Bensberger Architekten interessiert sei. Herr Erzdiözesankonservator Martin Struck empfahl dringend die Übernahme, da der Nachlass für die Geschichte der kirchlichen Architektur im Erzbistum bedeutsam sei. Anlässlich eines Besuchs bei Frau Rotterdam wurde Einigkeit darüber erzielt, dass das Erzbistum den in einer Garage gelagerten Planbestand komplett und die zugehörigen Akten in Auswahl als Eigentum übernehmen würde. Der Transport der Pläne nach Köln erfolgte am 13. Juni 2005; Auswahl und Übernahme der wichtigsten Akten einige Wochen später. Nach den Erfahrungen mit anderen Architektennachlässen wurden nur Bände mit Schriftverkehr zwischen Bauherren und Architekt für Kirchenbauten und die Bauten des Erzbistums Köln berücksichtigt. Später wurden weitere Akten vom Stadtarchiv Bergisch Gladbach übernommen, so dass dort heute ein weiterer Teil des Nachlasses Rotterdam aufbewahrt wird.

    Etwa die Hälfte der Pläne war vor einigen Jahren im Büro Rotterdam von studentischen Hilfskräften aufgenommen und in - nach Orten - alphabetisch durchsignierten Pappköchern eingelagert worden. Weitere etwa 400 Rollen waren unverzeichnet. Aus Mitteln des Ausschusses für die Übernahme von Künstlernachlässen durch das Erzbistum Köln konnte ein Werkvertrag mit den beiden Studenten Annette Hans und Kristoffer Klein geschlossen werden, die im Herbst des gleichen Jahres auch den umfangreichen Rest (ca. 400 Rollen) aufgenommen, durchnummeriert und eingelagert sowie den gesamten Bestand in ein Datenbankprogramm eingegeben haben.

    Die Akten wurden anschließend im Frühjahr 2006 im Rahmen eines Praktikums durch Frau Katja Kübbeler aufgearbeitet und ebenfalls verzeichnet. Dank der freundlichen Hilfe des Kollegen Dr. Josef van Elten konnte mit der Archivsoftware Augias und der Textverarbeitung Word bereits im Mai 2006 ein Rohfindmittel erarbeitet werden.

    Im Laufe des Jahres 2007 wurden schließlich einige aufgefundene Tafeln mit Schaubildern nachverzeichnet und anschließend das Corpus durch Vereinheitlichung der Bezeichnungen und anschließende Neusystematisierung noch einmal überarbeitet. Diese erfolgte zunächst nach Orten, und zwar nach den Namen der kleinsten Ortsteile oder Einheiten (also nicht "Bergisch Gladbach-Frankenforst", sondern "Frankenforst"). Die kommunale Zuordnung ist beigegeben, hat sich aber im Laufe der langen Tätigkeitsdauer der beiden Architekten in vielen Fällen geändert, so dass diese Zuordnungen nicht einheitlich sind. Unterhalb der Orte erfolgte die Einteilung nach Projekten, die wenn möglich und ersichtlich nach Bauherren zusammengefasst wurden. Einzelhäuser, also Einfamilienhäuser, Wohn- und Geschäftsbauten, bilden dabei jeweils eine gemeinsame Gruppe. Auf den Plänen sind nicht immer Straßennamen und / oder Bauherren angegeben, so dass hier in manchen Fällen umfangreichere Listen durchgegangen werden müssen, um ein bestimmtes Einzelprojekt aufzufinden.

    Da die Aufnahme der Pläne mit Hilfe einer Datenbank erfolgte, erschien es sinnvoll, die Findbuchtitel in schematischer Weise tabellarisch nach den für ein Projekt vorliegenden Angaben anzuordnen. Auf einen Index wurde verzichtet, da die Online-Recherche das Corpus hinreichend erschließt und das Auffinden aller Einzelheiten ermöglicht.

    Der Bestand ist wie folgt zu zitieren: AEK, Nachlass Bernhard Rotterdeam Nr.

    Erschließungsstand: analoges Findbuch

    Köln, den 10. Januar 2008
    Wolfgang Schmitz


    Anmerkungen:
    (1) Vgl. Bernd Koch, Der Architekt Bernhard Rotterdam und seine Kirchenbauten im Rheinland, Lindenberg 2006, S. 7. - Marco Kieser, Architekten im 20 Jahrhundert, Bernhard Rotterdam (Sonderdruck im AEK).
    (2) Freundliche Auskünfte von Frau Seidel, früher im Architekturbüro Rotterdam, heute im Büro Franken + Kreft tätig.
    Bemerkung: Revision Komplette Durchsicht des Bestandes wegen fehlerhafter Signaturen und teilweise auch fehlerhafter Titel.; Kopien bzw. Reproduktion gem. AEK-Benutzungsordnung; Verwaltungsgeschichte/biografische Angaben H I N W E I S:
    - Eigentum AEK: ABER: bei nicht-wissenschaftlicher Nutzung muss individuell durch Archivleitung geprüft und dann ggf. an Nachfolgebüro Rotterdams (Büro Franken und Kreft, Köln-Mülheim) verwiesen werden.
    - Der Nachlass enthält alle Baupläne und eine Auswahl (Kirchenbauten, Generalvikariat, Historisches Archiv) der Akten aus dem Nachlass Bernhard Rotterdams sowie seines Sohnes, Bernhard Rotterdam junior, der das Büro nach dem Tode des Vaters weiterführte.
    - Weiteres Material wurde nach Abholung durch das AEK vom Stadtarchiv Bergisch Gladbach übernommen.
    Rechtsstatus: Eigentum
    Literaturangaben: Wilhelm Gladbach: Architekt mit eigener Handschrift. In: Rheinisch-Bergischer Heimatkalender 1963, S.47-52.
    Bernd Koch, Der Architekt Bernhard Rotterdam und seine Kirchenbauten im Rheinland, Lindenberg i. Allgäu 2006.
    Geschützt bis: 31.12.2037
    Begründung: Schutzfrist von 40 Jahre gem. Kirchlicher Archivanordnung (KAO)
    Nachlass Schäfer, Hannsjosef (1925-2014)
    Nachlass Schaller, Fritz (1904-2002)
    Nachlass Schilling, Hans (1921-2009)
    Nachlass Schlombs, Wilhelm (1920-1993)
    Nachlass Scholten, Theo (gestr. 1981)
    Nachlass Schwarz, Rudolf und Maria
    Nachlass Weyres, Willy (1903-1989)
    Bischofs-Nachlässe
    Künstler- und Musiker-Nachlässe
    Sammlungen und Selekte (außer KB)